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Tertiärerrauch

Was ist das? Was sind die Gesundheitsrisiken? Neue Kampagne zur Sensibilisierung für Passivrauchen

Primär-, Sekundär- und Tertiärrauch

Primärrauch

Einerseits gibt es den Rauch, der direkt von den Rauchern und Raucherinnen inhaliert wird. Man spricht von aktivem Rauchen.

 

Sekundärrauch

Der Sekundärrauch wird von den brennenden Tabakerzeugnissen zwischen jedem Zug abgegeben. Dazu kommt der Rauch, der von den Rauchern und Raucherinnen ausgeatmet wird. Das unfreiwillige Einatmen dieses Rauchs in der Umgebungsluft ist Ursache des Passivrauchens.

 

Tertiärrauch

Der «Third-Hand Smoke» entsteht durch Ablagerungen des Sekundärrauchs auf den verschiedenen umgebenden Oberflächen (Haare, Haut, Möbel, Textilien, Staub etc.). Zudem können manche Rauchrückstände mit Bestandteilen der Umwelt interagieren und so neue schädliche Verbindungen bilden. Die giftigen Bestandteile der Rauchablagerungen verschwinden nicht durch Lüften der Räumlichkeiten und sammeln sich an. Man findet sie an Orten, an denen geraucht wird, aber auch in Umgebungen, in denen seit langer Zeit nicht mehr geraucht wird. Denn die giftigen Rückstände können auf manchen Oberflächen über Jahre hinweg fortbestehen, selbst wenn der Rauchgeruch verschwunden ist. In Anbetracht der «unbemerkten» Aufnahme dieser Giftstoffe spricht man bisweilen von indirektem Passivrauchen.

 

Exposition gegenüber «Third-hand Smoke»

Der «Third-Hand Smoke» ist genauso gefährlich wie der Sekundärrauch. Er hat Auswirkungen auf nichtrauchende Personen, Erwachsene wie Kinder, die ihm ungewollt und sogar ohne ihr Wissen ausgesetzt sind.

Man kann dem «Third-Hand Smoke» auf drei Weisen ausgesetzt sein: durch Hautkontakt, durch Verschlucken und durch Einatmen.

Hautkontakt

Die Exposition erfolgt durch Hautkontakt, indem man die Oberflächen berührt, auf denen Rauchrückstände bestehe.

 

Verschluken

Die Exposition erfolgt durch Verschlucken der auf den Oberflächen abgelagerten Partikel.

 

Einatmen

Die Exposition erfolgt durch Einatmen der flüchtigen Verbindungen.

 

Risiken für die Gesundheit

Der Kontakt mit diesen Rauchrückständen birgt zahlreiche Gesundheitsrisiken mit schwerwiegenden Folgen, bei Erwachsenen und insbesondere bei Kindern.

Bei Kindern

Kinder sind empfindlicher gegenüber dieser Art von Rauch. Sie nehmen bis zu 20-mal mehr giftige Verbindungen auf als Erwachsene, weil ihre Haut feiner ist, weil sie die verunreinigten Oberflächen öfter berühren und weil sie dazu neigen, verunreinigte Gegenstände in den Mund zu nehmen.

Bei Kindern könnte der «Third-Hand Smoke» insbesondere folgende Erscheinungen fördern : erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Asthma, Allergien, HNO-Infektionen, Säuglingskoliken, Verhaltensstörungen wie Hyperaktivität .

Bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen, der «Third-Hand Smoke» insbesondere folgende Erscheinungen fördern : ein erhöhtes Risiko für Lebererkrankungen, Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Störungen, Fibrosen, entzündliche Lungenkrankheiten oder verzögerte Wundheilung..

Begrenzung der Exposition gegenüber tertiärem Rauch

Lüften reicht nicht aus, und das Überdecken des Geruchs auch nicht! Rauchablagerungen sind unsichtbar. Die giftigen Rückstände, die beim Abbrand von Zigaretten entstehen, setzen sich monate- oder gar jahrelang fest.

Um das Ausmass zu begrenzen, in dem Ihre Angehörigen diesem «Third-Hand Smoke» ausgesetzt sind, sollten Sie zum Rauchen aus dem Haus ins Freie gehen und nicht im Auto rauchen.

Broschüren

Der Sektor Sucht-CIPRET hat erläuternde Broschüren über das "Third-Hand Smoke" in mehreren Sprachen veröffentlicht : 

Sie können sie per E-Mail (cipret@psvalais.ch) ou per Telefon (027 324 24 15) im Rahmen der verfügbaren Bestände bestellen.

Presse

Einige bibliographische Referenzen

Auf Französisch

Auf Englisch

  • Mohamad Sleiman, Lara A. Gundel, James F. Pankow, Peyton Jacob, Brett C. Singer, Hugo Destaillats. Formation of carcinogens indoors by surface-mediated reactions of nicotine with nitrous acid, leading to potential thirdhand smoke hazards. PNAS April 13, 2010 107 (15) 6576-6581; Edited by Barbara J. Finlayson-Pitts, University of California, Irvine, Irvine, CA, and approved January 6, 2010 (received for review November 7, 2009)https://doi.org/10.1073/pnas.0912820107. https://www.pnas.org/content/107/15/6576  
  • Linda S. Pagani, PhD, A. K. Danny Nguyen, MSc, Caroline Fitzpatrick, PhD, Prospective Associations Between Early Long-Term Household Tobacco Smoke Exposure and Subsequent Indicators of Metabolic Risk at Age 10, Nicotine & Tobacco Research, Volume 18, Issue 5, May 2016, Pages 1250–1257, https://doi.org/10.1093/ntr/ntv128. https://academic.oup.com/ntr/article/18/5/1250/2510122

 

 

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