FR DE

#fokusAKTUALITÄT

Wenn man seinen Schwarm wie in den Ferien vielleicht nicht jeden Tag sieht, ist man versucht, etwas Riskantes auszuprobieren und das Spiel mit dem Feuer zu wagen. Bevor du aber intime Fotos von dir teilst, solltest du dir im Klaren darüber sein, dass dies weitreichende Folgen haben kann.

 

«Und Sie? Hätten Sie ja gesagt?»

Erotische Selfies zu verschicken oder mit jemandem zu «sexten» ist auch unter Jugendlichen beliebt und wird dank Apps wie WhatsApp, Snapchat oder TikTok rege genutzt. Allerdings muss man sich bewusst sein: Sexting ist nicht immer harmlos, sondern birgt auch Gefahren

Was als Spass unter Freunden oder in einer Beziehung beginnt, kann sich rasch in einen Albtraum verwandeln. Stell dir vor, du schickst jemandem ein Bild von dir als Vertrauens- oder Liebesbeweis und der oder die veröffentlicht es dann in einem Gruppenchat oder teilt es mit Freunden. Und boom, schon geht es los mit Cybermobbing oder Mobbing im echten Leben.

Ach was, meint ihr jetzt? Dann hört euch die Story von Jessica an. Marco hat ohne Jessicas Einverständnis ein Nacktfoto von ihr an seine Freunde geschickt. Seither wird Jessica gemobbt.


Kampagne Schweizerische Kriminalprävention

Sich Nudes zuschicken, was sagt das Gesetz?

Aber auch bei einvernehmlichem Sexting ist es wichtig, die Rechtslage zu kennen, die in der Schweiz zum Versenden von Nacktbildern, so genannten «Nudes», gilt. Wenn jemand über 16 Jahre alt ist, wird dies nicht als Straftat eingeordnet, da man mit 16 das Schutzalter erreicht und als sexualmündig bezeichnet wird. Für alle unter 16 Jahren ist Sexting nach Artikel 197 des Schweizer Strafgesetzbuches streng verboten. Dieser Artikel stellt das Produzieren, den Konsum, den Besitz, die Verbreitung, das Zeigen und das Anbieten von sexuellen Inhalten mit minderjährigen Personen unter (Haft- oder Geld-)Strafe.

Bei einem Verstoss behandelt die Polizei diese Fälle in der Regel als Pornografiefälle. Meistens werden keine Haftstrafen verhängt, es sei denn, es liegen schwerwiegende Umstände vor oder es handelt sich um eine Wiederholungstat. 

Das Phänomen der Nudes hat in den vergangenen Jahren in der Schweiz an Bedeutung gewonnen, es fehlen allerdings genaue Statistiken.

Die Schweizer Rechtslage im Video

Bevor du also Nacktfotos machst, downloadest oder weiterschickst, solltest du dir das Video anschauen, in dem deine Rechte erklärt werden.

 


SCHÜTZE DEINE IDENTITÄT!


Wenn du nach diesem Video immer noch überzeugt davon bist, deinem Crush intime Fotos von dir zu schicken, achte darauf, Fotos zu vermeiden, auf denen eindeutige Merkmale wie dein Gesicht, Muttermale oder Tattoos erkennbar sind. Diese Bilder könnten auch Jahre später im Internet auftauchen und dank der Merkmale dir zugeordnet werden.

 

Schwerwiegende Konsequenzen


Es spielt keine Rolle, warum man intime Fotos und Videos mit anderen teilt: Das Mobbing, das möglicherweise als Folge davon entsteht, kann das Leben der gemobbten Person zerstören. Häufig fühlt sich das Opfer schuldig, auch wenn es nichts Falsches getan hat. Das Schlimmste ist, dass die Bilder viral gehen können und das Internet nie vergisst. Es ist praktisch unmöglich, Dinge vollständig auf dem Internet zu entfernen.

«Auch die virtuelle Welt ist real.
Nur weil wir hinter einem Bildschirm sitzen, ist nicht plötzlich alles erlaubt.»

Im Falle von Cybermobbing kann die im Web erlebte Gewalt beim Opfer zu reellen Verletzungen führen. Es ist wichtig, sich bewusst zu werden, dass im Internet gepostete Aussagen wie Drohungen oder Beleidigungen strafrechtlich verfolgt werden können. Mittlerweile kommt es immer häufiger vor, dass Gerichte nur schon Fälle von Likes oder Sharen behandeln. Es gibt also strafrechtliche Konsequenzen, die man bedenken muss. Auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum, in dem alles erlaubt ist.

Welche Konsequenzen kann es haben, wenn Nudes geteilt werden?

Deine Meinung ist wichtig. Erzähl uns, welche Situation du selbst oder jemand anderes erlebt hat.

 

Eure Stories

«Ein alter Typ hat das Foto benutzt, um von meinem Kumpel Geld zu erpressen. Er drohte ihm, er würde das Foto veröffentlichen, wenn er nicht zahle.» 

«Wenn Fotos von Jungs herum geschickt werden, gibt es von den anderen Kerlen Applaus, während es bei Mädchen sofort heisst, sie sei eine Sch***.»

«Ich habe Scheisse gebaut. Meine Freundin getraut sich aus Scham nicht mehr in die Schule, weil ich meinen Freunden ein Foto von ihr gezeigt habe.»

«Die Ex meines Kumpels hat aus Rache Nacktfotos von ihm ins Netz gestellt. Er hat Angst, dass er nach dieser Aktion keine Freundin mehr findet.»

Nudes / Sexting - Die Meinung der Fachleute

Es ist wichtig, dass du über die Gefahren von Sexting Bescheid weisst und lernst, wie du wie ein Pro und mit dem nötigen Respekt damit umgehst.

Im Video beantwortet Dr. Yara Barrense Dias von der Forschungsgruppe für Jugendgesundheit an der Unisanté all deine Fragen zum Thema Sexting. 

    • Welche Konsequenzen drohen Jugendlichen, die sich sexy Inhalte schicken? 
    • Heisst das, dass du und dein Crush besser auf zu heisse Selfies verzichten sollten, um keinen Ärger zu bekommen? 
    • Worauf könnt ihr achten, damit Sexting Spass bleibt?

Schau dir das Video an und erfahre mehr!


Was tun wenn ...

... Sexting öffentlich wird?

    • Bitte die Person, die dein Foto oder Video verbreitet hat, die Fotos und Videos zu löschen. Solches Verhalten ist übergriffig und nicht okay. Die Person soll auch alle Personen, denen sie die Fotos geschickt hat, auffordern, diese zu löschen.
    • Informiere, dass es strafbar ist, wenn die Inhalte verbreitet werden. Sag, dass du rechtliche Schritte einleiten könntest.
    • Sprich mit einer erwachsenen Vertrauensperson darüber, auch wenn es dir peinlich ist.
    • Erlebst du wegen der Bilder Cybermobbing, solltest du schnell reagieren. Mehr Infos findest du in diesem Artikel.
    • Wirst du von jemandem mit Bildern oder Videos von dir erpresst, z. B. wenn jemand dir droht, diese im Internet zu veröffentlichen, handelt es sich um Sextortion. In diesem Artikel findest du heraus, was du in einem solchen Fall tun kannst.

... du durch Sexting belästigt wirst?

    • In einem ersten Schritt kannst du die Nachricht ignorieren und löschen.
    • Sag deutlich, dass du das nicht möchtest und die Person das in Zukunft unterlassen soll.
    • Hat dir eine unbekannte Person auf Social Media Nudes geschickt, kannst du die Person blockieren und dem Betreiber der Plattform melden.
    • Bist du unter 16? Dann macht sich die Person strafbar, die dir Nacktbilder schickt. Du kannst rechtliche Schritte prüfen.
    • Vertrau dich einer erwachsenen Person an, wenn Sexting nicht aufhört. Du kannst dich auch bei der Opferhilfe melden oder das 147 kontaktieren. Denn nicht-einvernehmliches Sexting ist sexuelle Belästigung.

... du selbst Sexting weitergeleitet hast?

    • Bitte alle Personen, denen du Bilder oder Videos geschickt hast, diese vom Smartphone und Computer zu löschen.
    • Hol dir Unterstützung von einer erwachsenen Person, falls du die Situation nicht mehr unter Kontrolle hast.

 


BENÖTIGST DU HILFE
?


Fragen & Antworten

Ist es legal, Geld für Nudes zu verlangen?

Die Antwort dazu stammt von der Website von ciao.ch

In der Schweiz gilt das Schutzalter 16. Das heisst, dass Personen ab 16 Jahren Sex haben dürfen. Auch wenn Sex gegen Geld, also Prostitution, in der Schweiz grundsätzlich legal ist, bleibt Prostitution von Jugendlichen unter 18 Jahre verboten und damit strafbar. Das Gleiche gilt für den Verkauf von Nudes.

Auch wenn man mit 16 sexualmündig ist, gilt man zivilrechtlich noch als minderjährig. Wenn man also Nacktbilder von sich macht, produziert man kinderpornografische Inhalte, also Inhalte mit Kindern. Nacktbilder von Minderjährigen unter 18 Jahren werden als Kinderpornografie eingestuft.

Wenn also jemand über 18 Jahre diese Art von Inhalt besitzt, von einem oder einer Minderjährigen solche Inhalte verlangt und mit Dritten teilt, ist das illegal und die Person begeht eine Straftat. Das Gleiche gilt, wenn jemand unter 18 Jahre ist und selbst Bilder von sich macht und weiterleitet. Er oder sie produziert kinderpornografische Inhalte und macht sich dadurch strafbar.

Dazu musst du wissen, dass der Besitz, die Verbreitung, das Anschauen oder das Produzieren von kinderpornografischen Inhalten ein Offizialdelikt ist, also eines, das von Amts wegen verfolgt wird. Wenn die Polizei von diesen Dateien erfährt, z. B. zufällig in einem anderen Fall oder durch einen Hinweis, wird direkt ermittelt.

Und schliesslich geht man mit dem Verkauf von erotischen Bildern oder Videos auch das Risiko ein, dass sie weiter verbreitet werden und viral gehen. Auch wenn es leicht verdientes Geld scheint, sollte man sich gut überlegen, welche Auswirkungen dies auf den Ruf einer Person haben kann. Wie wird die Person, die Fotos von sich verkauft, reagieren, wenn immer mehr Content verlangt wird? 

Mein Freund will, dass ich ihm Nacktfotos von mir schicke. Was soll ich tun? 


Die Antwort dazu stammt von der Website von ciao.ch

Du hast Angst davor, deinem Freund Nacktfotos zu schicken und es ist gut, dass du dir Gedanken darüber machst. Es ist wichtig, sich gut zu überlegen, ob du Nacktfotos von dir teilen willst. Auch wenn du deinem Freund oder deiner Freundin vertraust, kannst du dir nie sicher sein, wie er oder sie beispielsweise nach einem Streit oder einer Trennung reagiert. Wenn man sich gegenseitig Nudes zuschickt, geht man das Risiko ein, dass diese Fotos später für einen anderen Zweck verwendet werden, der dir schaden könnte.

Unserer Meinung nach ist es wichtig, auf dein Bauchgefühl zu hören und deinem Freund mitzuteilen, dass du Angst hast. Dein Freund muss dafür Verständnis haben. Nur weil dein Freund dies will und darauf besteht, musst du ihm keine solchen Bilder schicken.

Wenn du hingegen Lust darauf hast und zögerst, weil du deinen Körper nicht magst, solltest du wissen, dass wir unseren Körper oftmals negativer wahrnehmen als andere dies tun. Deinem Freund gefällt dein Körper, sonst würde er dich nicht um ein Foto bitten. Aber wie du weisst, gibt es im Gesetz Bestimmungen zum Versenden von Nudes zwischen Minderjährigen. Wenn ihr beide zwischen 16 und 18 und damit einverstanden seid, dürft ihr Fotos von euch machen und schicken, sofern diese keinen kinderpornografischen Charakter haben. Es ist sicherer, solche Dateien nicht auf euren Smartphones aufzubewahren und sie direkt nach dem Senden oder Empfangen zu löschen. 


Hast du weitere Fragen zu
Sexting? 

Antworten darauf findest du auf der Website von Ciao.ch . 


Gesundheitsförderung Wallis (GFW)
Rue de Condémines 14 Case postale 1951 Sitten +41 (0)27 329 04 29
Folgen Sie uns

Einwilligung zur Verwendung von Cookies

Indem Sie Ihren Besuch auf dieser Website fortsetzen, erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies zur Verbesserung Ihres Nutzererlebnisses und zur Erstellung von Besuchsstatistiken einverstanden.

Über nachstehende Schaltflächen können Sie Ihre Cookie-Einstellungen anpassen.

Alle akzeptieren Alle ablehnen Meine Einstellungen