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Liebesbeziehung

Rat der SIPE Zentren, wie Sie Ihre Liebesbeziehungen während der Lockdown-Zeit am besten handhaben können.

DIE SIPE ZENTREN

 

Das Paar in der Lockdown-Zeit: „süß-saure“ Realitäten

Als Paar müssen Sie sich in dieser Lockdown-Zeit, ob es Ihnen gefällt oder nicht, miteinander auseinandersetzen. Es kommen Gefühle auf wie Freude, Wut, Verzweiflung, Angst, vielleicht aber auch Freude, was man nicht immer zugeben möchte. Wenn es DAS Coronavirus gibt, verändert es so viele Realitäten, wie es Paare gibt.
 
Paarbeziehungen in der aktuellen Zeit können vielfältig gelebt werden: räumlich getrennt (in zwei Wohnungen oder sogar über zwei Landesgrenzen hinweg), frisch unter demselben Dach zusammengezogen oder seit einem halben Jahrhundert verheiratet, mit oder ohne Kinder zu Hause, in einer zerbrechlichen oder stabilen Beziehung, in großer Liebe oder in Enttäuschung, im Prozess der Trennung oder in Erwartung der Ehe, die verschoben werden musste. Die Isolation kann für die Partner eine Prüfung sein oder eine Gelegenheit, einander zu finden oder sogar wiederzuentdecken. Sicherlich sind nicht alle Paare angesichts dieser Gesundheitskrise gleich. In jedem Fall liegt es an Ihnen, sich die neuen Möglichkeiten von Raum und Zeit anzueignen. 
 
Was wäre, wenn diese Lockdown-Zeit eine Chance wäre?
 

Für Paare, die aktuell getrennt leben müssen

Mit den heutigen Möglichkeiten kann man in Verbindung bleiben durch Anrufe, Nachrichten, Fotos, Videos... Es gibt viele Möglichkeiten, oft kostenlos, die das Überleben der Beziehung und vielleicht sogar ihre Erfüllung ermöglichen. Sich flüsternd am Telefon austauschen, einander durch die verschiedenen Videoanrufe sehen, Fotos tauschen, Erinnerungen, Lachen und Schweigen. Sie lernen sich besser und anders kennen. Kommunikation ist in jeder Beziehung unerlässlich! Dies gilt umso mehr, wenn es sich um eine Liebesbeziehung handelt und noch mehr, wenn sie auf Distanz stattfindet. 
 
Sie können kreativ werden, um gemeinsame Erlebnisse zu teilen, während Sie weit voneinander entfernt sind. Nutzen Sie Ihre Vorstellungskraft und Fantasie, um sich zu lieben und Ihre Intimität miteinander zu teilen! Machen Sie Pläne und freuen Sie sich auf ein Wiedersehen, auch wenn sich die Zeit bis dahin hinzieht! Diskutieren Sie, was Sie tun werden, wenn Sie sich endlich wieder treffen und glauben Sie daran!
 

Für das verliebte Paar

Wenn man die Zeit des Zusammenseins geniesst, könnte diese Lockdown-Zeit wie Flitterwochen sein, eine sentimentale Wiederentdeckung, das Vergnügen, sich zu treffen und vielleicht wird sogar die Erotik neu entdeckt. Wenn es uns gelingt, uns von den derzeitigen Herausforderungen (Arbeit, Hausaufgaben der Kinder, Einkaufen und Alltagssorgen) zu lösen, könnte uns diese Zeit erlauben, die Kommunikation weiterzuentwickeln und kleine Freuden wiederzuentdecken (z.B. Vogelgezwitscher oder Musik zu hören, die Menschen zusammenbringt, eine gemeinsame Mahlzeit oder ein gemeinsames Getränk zubereiten, Worte zum Leben zu erwecken, Emotionen, Gefühle und Projekte).
 
Nichtsdestotrotz geht es darum, sich den individuellen und gemeinsamen Bedürfnissen bewusst zu werden und sich für die eigenen Bedürfnisse einzusetzen, um diese Lockdown-Zeit als Chance zu nutzen. Vielleicht haben Sie den Eindruck, dass den perfekten Paaren alles einfach gelingt. Dem ist nicht so. Wie für alle anderen geht es auch hier darum, zu teilen, auszutauschen, Kompromisse einzugehen, gelassen zu bleiben und das Lächeln nicht zu verlieren.
 

Für das Paar in einer zerbrechlichen Beziehung

Die Zeit des Lockdown kann auch Meinungsverschiedenheiten offenbaren, die bereits vorhanden sind. Wenn wir nun 24 Stunden am Tag zusammen sind, können sich diese Missverständnisse schnell verschärfen, vor allem wenn sie schon vor dieser Gesundheitskrise den Alltag erschwerten. Man muss also viel Selbstbeherrschung aufbringen, damit sich Spannungen und Schwierigkeiten nicht in Explosionen entladen. Der Unmut könnte zunehmen. Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein und nach Tipps zu suchen, wie man mit der Situation so gut wie möglich umgehen kann. Definieren Sie die Räume und ihre Nutzung neu, so dass jeder ein wenig Zeit für sich finden kann. So können Sie durchatmen und Ihre Batterien wieder aufladen. Man muss auch wissen, wie man individuell für sich selbst sorgen kann, z.B. für ein paar Augenblicke hinausgehen... Wenn es nicht hilft, diese zusätzliche Prüfung zu bestehen, ist es ein Versuch wert, die Schwierigkeiten in Worte zu fassen und zu versuchen, miteinander zu kommunizieren. Behalten Sie dabei Wohlwollen und Respekt für sich selbst und Ihr Gegenüber!
 
Falls die Situation wirklich schwierig ist, geht es darum, alles zu tun, um psychische, physische oder sexuelle Gewalt zu vermeiden. Holen Sie Hilfe, wenn Sie sie brauchen oder fliehen Sie, wenn nötig.
 

Für Menschen, die eineN Partner*in suchen 

Manchmal, wenn man alleine und einsam ist, hat man die Möglichkeit online Bekanntschaften zu machen. Es peppt die Enge auf und ermöglicht es Ihnen vielleicht, Ihren Partner im Netz zu finden. Aber halten Sie die eigenen Grenzen ein und seien Sie sich bewusst, dass manche virtuellen Partner vielleicht nicht aufrichtig sind. Einige von ihnen wissen, dass Einsamkeit verstärkt wird durch die aktuelle besondere Situation, manchmal die persönlichen Grenzen senkt und sie nutzen dies aus, um "Gefühle zu betrügen".
 
 

Liebe und Sexualität 

Einvernehmlich und mitverantwortlich - Sexualität ist Teil des Lebens und trotz der Lockdown-Zeit bleibt sie relevant, auch wenn wir auch hier nicht alle gleich sind. Für manche ist Sinnlichkeit, Erregbarkeit, Erotik, Sexualität nun am besten oder sie wird wiederentdeckt und neu erfunden. Für andere ist es komplizierter: 

  • Routine, Hausarbeit, Kinder, Fernunterricht, Homeoffice, wirtschaftliche und finanzielle Sorgen lassen keinen Raum für intime Gesten.
  • Der erschwerte Zugang zu Verhütungsmitteln bei einem längeren Aufenthalt zu Hause oder die Angst vor einer sexuell übertragbaren Infektion kann zu einem Rückgang intimer Dynamik führen.
  • Eine Schwangerschaft, ob geplant oder ungeplant, kann das Paar ebenso aus der Fassung bringen, wie eine erwünschte Schwangerschaft, die nicht eintritt.

Eine Lockdown-Zeit kann die Libido schwächen oder sogar zu einem Libidoverlust führen. In jedem Fall erscheint es unerlässlich, sich als Paar Raum und Zeit zu nehmen, um sich zu begegnen. Versuchen Sie, sich so weit wie möglich abzugrenzen, insbesondere gegen die Einmischung der Kinder! Und auch da: Reden Sie miteinander! 

Zusammenfassend kann man sagen: Es gibt so viele Situationen wie es Paare gibt, die sich aus Einzelpersonen zusammensetzen, von denen jede ihr eigenes Wesen und ihre eigenen Bedürfnisse hat. Diese Krise wird sowohl Vorteile als auch Probleme aufzeigen. Unterstützen Sie sich gegenseitig und sprechen Sie darüber! Es gibt genügend Gesprächsstoff wie „Schönwetter-Sonntage im Wohnzimmer“ gut genutzt werden könnten!

Spannungen in der Ehe, Bedarf an Beratung oder Raum für Gespräche: Zögern Sie nicht, eine unserer Paarberaterinnen zu kontaktieren.
 

Die SIPE Zentren stehen Ihnen für alle Fragen zur Verfügung, die sich auf Sexualität, Fortpflanzung, die Ankunft eines Kindes, das Paar, das Gefühlsleben beziehen... Sie sind vertraulich und meist kostenlos oder mit einkommensangepassten Tarifen. Die Zentren sind nachmittags geöffnet, Termine können derzeit nach Vereinbarung angeboten werden und die Mitarbeiter*innen sind telefonisch und per E-Mail täglich erreichbar.

Besuchen Sie unsere Website; hier finden Sie zahlreiche Informationen: www.sipe-vs.ch. Zudem haben wir eine Facebook- und Instagram-Seite.
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Passen Sie auf sich auf! Passen Sie auf Ihre Liebesbeziehung auf!

Die SIPE-Zentren:

Brig

 027 923 93 13 

 

Für weitere Informationen: 

Gesundheit Förderung Wallis (GFW)
Rue de Condémines 14 Case postale 1951 Sitten +41 (0)27 329 04 29
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